Wahrnehmen

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte… (E. Mörike)

Theodor D. Petzold / Mona Siegel

Die Corona-Pandemie hat unser Denken und Fühlen in Beschlag genommen. So erleben wir zurzeit eine kollektive Angina mentalis (lat. = Enge des Geistes). Wir sind mit unserer Aufmerksamkeit auf die Gefahr fokussiert um diese abzuwenden. So physiologisch sinnvoll das kurzfristig sein mag, so problematisch wird diese stresserzeugende Einengung (neuropsychologisch: Abwendungsmodus), wenn wir in ihr verharren. Wollen wir aus der Krise mit Gesundung herauskommen, ist es hilfreich, dass wir das Lebendige wieder wahrnehmen und uns als mitgestaltenden Teil davon (neuropsychologisch: Kohärenzmodus).
Wie jede Krise, so eröffnet auch die Corona-Krise einen neuen Möglichkeitsraum, ein neues Zeitfenster. Will ich den Kairos, die günstige Gelegenheit annehmen? Wie komme ich in eine vertiefte Wahrnehmung dessen, was werden will? Hilfreich ist für mich die Frage: Was ist bedeutsam für mich? Was tut mir gut – was tut mir nicht gut? Ich bemühe mich um Corona-Fasten, und wenn mir dies gelingt, stellt sich womöglich eine Leere und Ruhe ein, die eine Pforte zum Raum der Möglichkeiten sein kann. In der Weite einer kohärenten Wahrnehmung kann ich sowohl mein Anliegen als auch die anderer Menschen und Völker und der Biosphäre in Betracht ziehen. Ein keineswegs einfaches Unterfangen, wird mir dabei doch so manche Widersprüchlichkeit und Paradoxie bewusst. Nichts desto trotz vertraue ich dem was da werden will und was mein Beitrag in diesem Werdensprozess sein kann – ich vertraue auf kreative Impulse, die mein Handeln leiten werden.
Dieser Tage staune ich über die Natur, die unbeeindruckt vom Corona-Virus ihren Lauf nimmt – überall sprießen und gedeihen die Frühlingsboten. Sind das auch Vorboten für die Entwicklung aus der Krise?
Zukunft entsteht aus Krise – gestalten wir sie mit!
Wo gibt es in Deinem Leben gerade Lichtes und Weite? Mach mit und teile mit uns lichte Momente!

Ein Kommentar zu “Wahrnehmen

  1. Mir schwirrt zur Zeit so oft das Zitat von Albert Schweitzer im Kopf. – „Ich bin Leben, das leben will , inmitten von Leben, das leben will.“- Hier spüre ich ganz viel Verbundenheit, obwohl man doch den körperlichen Kontakt meiden soll. Und diese Verbundenheit geniesse ich. Alle sitzen im gleichen Boot. Die Konzentration und Achtsamkeit auf sich selbst tut gut.

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