INS VERTRAUEN FINDEN

Mona Siegel (Ko-Initiatorin und Teilnehmerin)

Eine Erkundungsreise liegt hinter uns – sechs Monate in denen wir gemeinsam – immer wieder aufs Neue – der C-Krise mit salutogenetischer Orientierung begegnet sind. Prozessbegleitet von Theodor Dierk Petzold haben wir allerhand hilfreiche und ermutigende Erfahrungen machen können. Nun am Ende unserer Reise haben wir diese, unter dem Titel Ins Vertrauen finden konzeptioniert: Eine Lernreise in sechs Schritten, die von geschulten SalKom®-AbsolventInnen angeboten werden kann. Das Ziel: Die Angst an die Hand nehmen und sich zum Lebendigen hin öffnen – trotz der Angst und Unsicherheit dem Leben vertrauen. Vertrauen – ein so geläufiges Wort mit unendlich vielen Facetten, wie der Beginn unserer Reise (s. 1. Etappe) das eindrücklich zeigt. Jede(r) Einzelne trägt sowohl sein je eigenes Verständnis von Vertrauen mit sich, als auch seine/ihre je eigenen Vertrauensquellen.

INS VERTRAUEN FINDEN
Warum ist Vertrauen als zentrale Gemütsverfassung so elementar? Das Verharren in der Angst hält den Stress erzeugenden Abwendungsmodus aktiv und führt uns immer noch mehr in die Enge (Angst, lat. angustus = Enge). Im Vertrauen sind wir positiv gestimmt und zu aufbauendem Verhalten motiviert. Finden wir darüber hinaus noch zu Gelassenheit, können wir unsere (persönliche) Stimmigkeit befragen und ihr folgen – die bestmögliche Ausrichtung auf gesunde Entwicklung.

INS VERTRAUEN FINDEN
Was braucht es dafür? Es braucht den offenen Austausch: Empathisches Zuhören und Gesagtes stehen lassen. Vor allem dann, wenn sich aufgrund von Befremdlichem und Andersartigem Widerspruch meldet: Keine Diskussionen – nur Fragen zum Verständnis. Was dabei u.U. entstehen könnte, wäre ein Gefühl der Allverbundenheit in der Diversität – Brücken bauen anstatt Grenzen ziehen! Es ist diese Qualität des Austausches, die dem Wunsch nach Fortsetzung der gemeinschaftlich aufbauenden Erfahrungen zugrunde liegt: sich vertrauensvoll mitteilen und im So-miteinander-Sein zu je eigenen stimmigen Entscheidungen finden – jenseits von richtig oder falsch!

Also werden wir uns weiterhin treffen. Zunächst wollen wir noch einmal bei der C-Krise bleiben und uns fragen: Was hat die C-Krise bei mir bewirkt und was bewirkt sie ggf. weiterhin? Auf mehrfachen Wunsch soll dabei auch die spirituell-universelle Dimension der Krisenerfahrung Raum haben – die Frage nach dem (etwaigen) Sinn, gegebenenfalls auch als geistige Ressource!? In einer ersten Diskussion, was denn überhaupt unter dem Begriff der Spiritualität zu verstehen sei, wurden bereits die auseinanderstrebenden Kräfte dieser Dimension erkennbar! Und wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass der Wunsch, sich darüber austauschen zu wollen, erst nach einer vertrauensbildenden Phase von sechs Monaten artikuliert werden konnte. Umso mehr gilt: Zuhören und Gesagtes stehen lassen (s.o.).

Damit wollen wir unsere Erkundungen mit Fokus auf die C-Krise abschließen und im 8-Wochen-Rhythmus mit dem Salutogenic Reflecting Team (SRT) fortsetzen. SRT ist eine Methode der Supervision, bei der die Kompetenzen aller Beteiligten angeregt werden, sich entfalten und weiterentwickeln können und zur ko-kreativen Wirkung kommen. Die verallgemeinerte Frage hierfür lautet: Was könnte dem betroffenen Subjekt (dem Klienten) bzw. dem Meta-Subjekt (der Gruppe, der Gesellschaft, der Biosphäre etc.) guttun? Eine dem entsprechende chaostheoretische Vorstellung geht davon aus, dass die entwicklungsfördernde Lösung in einer informativen metaphysischen Wirklichkeit (als Attraktor/Attraktiva) bereits existiert und im schöpferischen Gruppenprozess Gestalt annehmen kann (vgl. KoRa, in: DER MENSCH 58/2019 Resonanzen). Sowohl Fälle wie auch Themen (aus Politik, Gesellschaft, Bildung etc.) können zum Gegenstand werden. Das Ziel: Die weitergehende Professionalisierung von SalKom® (im Sinne eines Qualitäts-Entwicklungszirkels) sein. Das Wesentliche: Von der Lösung her denken und Offenheit für Experimentelles und Unerwartetes.


Man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können

(aus F. Nietzsche: Also sprach Zarathustra)

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